Erste Gespräche mit dem ökumenischen Arbeitskreis in Freiberg

In einer offenen und herzlichen Begegnung im Rahmen des vierteljährlichen Treffens des ökumenischen Arbeitskreises war es den Vertretern der Neuapostolischen Kirche erstmalig möglich, ihre Kirche vorzustellen und Fragen beantworten zu können.

Die Neuapostolische Kirche teilt mit anderen christlichen Kirchen – neben unterschiedlichen Lehrauffassungen – einen weiten Bestand an Glaubensüberzeugungen. Aufgrund fehlender gegenseitiger Begegnungen bestehen nicht selten Unkenntnis, Missverständnisse und gegenseitige Abgrenzungen. In einigen Regionen bestehen bereits Kontakte und gemeinsame Aktivitäten seitens der Neuapostolischen Kirche und anderen christlichen Kirchen. Noch nicht so in Freiberg.

Aus diesem Grund freute es die Freiberger Gemeinde besonders, als auch sie eine Einladung zu einem Gespräch mit dem ökumenischen Arbeitskreis erhielt. Das Ziel der Einladung war, sich gegenseitig kennenzulernen und auf dieser Basis die Ökumene zu fördern.

Vorangegangen war eine Anfrage von Priester Jan Junker, ob der Dresdner Kammerchor der Neuapostolischen Kirche in der Petri- oder Jakobikirche in Freiberg auftreten darf. Zwar kam dieser Auftritt aufgrund mangelnder Kapazitäten noch nicht zustande, aber es entstanden die ersten Kontakte und nun die Einladung zum Dialog.

Dieser Einladung folgten Diakon Henry Lakatos (Öffentlichkeitsbeauftragter des Kirchenbezirkes Dresden), Priester Jan Junker und Diakon Johannes Kirchner aus der Gemeinde Freiberg.

Die Vertreter der einzelnen Freiberger Kirchgemeinden (insgesamt 14 Vertreter), trafen sich morgens 9 Uhr im Pfarrhaus der katholischen Pfarrgemeinde St. Johannis. Hier wurden die Vertreter der NAK bereits herzlichst empfangen und so verflog die bestehende leichte Nervosität.

Begonnen wurde die Begegnung mit einer gemeinsamen Morgenandacht in der katholischen Kirche St. Johannis. Im Mittelpunkt der Andacht stand das Pfingstfest. Die Inhalte der gemeinsam gesungenen Lieder und der Bibellesung hatten die Einheit und den Heiligen Geist als treibende Kraft als Aussage. Eine schöne Fortsetzung aus dem Pfingsterleben.

Nach der Andacht begann der Arbeitskreis. Aufgrund des Besuches der NAK erfolgte zuerst eine kurze Vorstellung aller anwesenden Teilnehmer.

Schon diese kurze Vorstellungsrunde zeigte, wie wichtig doch der Kontakt unter den Christen ist. Sicher hat jede Kirche ihre spezifischen Merkmale und Lehraussagen. Ökumene bedeutet aber Gemeinsamkeiten hervorzuheben, statt die Unterschiede zu untermauern. Verbindendes Element ist der gemeinsame Glaube an Gott und das tägliche Bemühen, alle Anvertrauten in den Gemeinden im Glauben an Gott zu stärken.

In den anschließenden gut anderthalb Stunden erfolgte ein reges Gespräch über die Neuapostolische Kirche. Dieses Gespräch, die Fragen und die Antworten waren stets von Offenheit, Respekt und Toleranz geprägt. Manche lustige Bemerkung sorgte für eine freundliche – sogar herzliche – Gemeinschaft unter Christen. Das Anliegen der NAK, gerne ein Mitglied des Arbeitskreises zu werden, stand stets tief im Herzen der Beteiligten und wurde auch so klar formuliert.

Die Vertreter der Neuapostolischen Kirche danken allen Vertretern des ökumenischen Arbeitskreises für die herzliche Aufnahme und die angenehmen Gespräche.

Dem ökumenischen Arbeitskreis in Freiberg gehören an:

  • Christusgemeinde Freiberg,
  • Ev.-freikirchl. Gemeinde Freiberg,
  • Ev.-Luth. Domgemeinde Freiberg,
  • Ev.-Luth. Petri-Nikolai und St. Johannis Kirchgemeinde,
  • Ev.-Luth. Jakobi-Christophorus Kirchgemeinde,
  • Ev.-Kirchliche Gemeinschaft Freiberg,
  • Evangelische Studentengemeinde Freiberg,
  • Kath. Pfarrgemeinde Freiberg,
  • Ev. Methodistische Gemeinde Freiberg,
  • Adventgemeinde Freiberg,
  • Studentenmission Freiberg (SMD)

Kurze Zeit später erreichte uns die Nachricht, dass wir nun als Mitglieder des Arbeitskreises aufgenommen wurden. Darüber sind wir dankbar. Viele gemeinsame Projekte sind bereits geplant.

H.L./ Foto: J.K.