Gedanken und Gedenken an Verstorbene

Andacht und Gottesdienst für die Entschlafenen in Freiberg

Andacht kommt von „an etwas denken“... Woran denkst du? An wen denkst du?

Die Zeit, um einmal in Ruhe darüber nachzudenken, gab es am ersten Novemberwochenende in der Gemeinde Freiberg. Viele kamen und lauschten, genossen die Ruhe und Stille. Sie schrieben einen Namen oder eine Gruppe in ihr oder besser gesagt auf ihr Herz und brachten es zum Altar. So war der Altar geschmückt von Herzen, die Menschen in sich trugen, die zu ihren Lebzeiten nicht mehr zum Glauben gekommen sind. Die Namen waren sehr unterschiedlich, sie reichten von Familienmitgliedern über Nachbarn bis hin zu kürzlich verstorbenen Musikern oder plötzlich aus dem Leben gerissenen Menschengruppen. Oft spielte dabei auch Gewalt eine große Rolle.

Während der Andacht wurde besonders das Thema „Zeit“ angesprochen: „Alles hat seine Zeit.“ So begann eine Lesung aus dem neuen Testament. In der Moderation war auch die Rede vom Lauf eines Jahres, und Kindern, die kein ganzes Jahr auf der Erde erlebt haben.

Sanfte Musik begleitete die Andacht ebenso wie längere Phasen des Schweigens. Nach dem Abschlussgebet verließen alle in Ruhe den Raum und gingen, mit einem kleinen Blumenstrauß, nachdenklich ihres Weges.

 

Am Sonntag fand dann der Gottesdienst statt, auf den am Vorabend vorbereitet wurde. Mit all den Herzen, die den Altar zierten, kam gleich eine besondere Stimmung in der Gemeinde auf.

Der Gottesdienst wurde, genau wie die Andacht, musikalisch umrahmt von Orgel, Klavier und Klarinette, auch der Chor gab sein Bestes. Viele alte „Heimatlieder“ erklangen, die besonders zu solchen Gottesdiensten gern gesungen werden.

In der Predigt wurde besonders darauf hingewiesen, dass man nicht wissen kann, wie es in den ewigen Bereichen aussieht. Trotzdem ist es unser Glaube, einmal die Menschen wiedersehen zu können, die bereits gestorben sind. Außerdem wurde betont, dass niemand von den Gebeten ausgeschlossen werden sollte. Ein Jeder sollte die Chance haben, zu Gott zu finden.

 

Insgesamt war das ein sehr andächtiges Wochenende, im wahrsten Sinn des Wortes.…

Wichtig ist aber, auch an anderen Tagen die Lieben im jenseitigen Bereich nicht zu vergessen. Sie brauchen unsere Gebete. Wer sollte sonst an sie denken, wenn nicht wir?